Schmierung und Wartung

Die Schmiernippel müssen alle gut zugänglich sein, evtl. sind Schmierleitungen vorzusehen. Rothe Erde empfiehlt automatische Zentralschmieranlagen. Schmierung des Laufsystems und der Verzahnung ist unmittelbar nach Einbau durchzuführen. Hierzu, sowie zu jeder späteren Schmierung, sind Schmierstoffe der unten stehenden Tabelle zu verwenden. Bei diesen Laufbahnfetten handelt es sich ausschließlich um KP2K-Fette, d.h. lithiumverseifte Mineralöle der NLGI-Klasse 2 mit EP-Zusätzen. Die in der Tabelle aufgeführten Schmierstoffe für die Laufbahn sind untereinander mischbar. Die Reihenfolge der genannten Schmierstoffe erfolgt alphabetisch. Die Fettfüllung vermindert Reibung, schützt gegen Korrosion und ist Bestandteil der Abdichtung.

Deshalb immer so reichlich nachschmieren, dass sich am ganzen Umfang der Lagerspalte bzw. Dichtungen ein Fettkragen aus frischem Fett bildet. Lager beim Nachschmieren drehen oder ausreichend schwenken.

Schmierstoffe

Schmierstoffspezifische Fragen sind mit dem jeweiligen Schmierstoffhersteller zu klären.

Die in der Tabelle aufgeführten Fette sind für unsere Großwälzlager freigegeben und hinsichtlich der Verträglichkeit mit den von Rothe Erde eingesetzten Materialien für Distanzhalter und Dichtungen geprüft. Die Fettliste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Aralub
HLP 2
243 K bis 393 K
(-30°C bis +120°C)
Aralub
MKA-Z 1
263 K bis 453 K
(-10°C bis +180°C)
Spheerol
EPL 2
253 K bis 413 K
(-20°C bis +140°C)
Mollub-Alloy
970/2500-1
253 K bis 363 K
(-20°C bis +90°C)
CENTOPLEX
EP 2
253 K bis 403 K
(-20°C bis +130°C)
GRAFLOSCON
C-SG O ultra
243 K bis 473 K
(-30°C bis +200°C)
Lagermeister
EP 2
253 K bis 403 K
(-20°C bis +130°C)
Ceplattyn
KG 10 HMF
263 K bis 413 K
(-10°C bis +140°C)
Mobilux
EP 2
253 K bis 393 K
(-20°C bis +120°C)
Mobilgear OGL
461
253 K bis 393 K
(-20°C bis +120°C)
Gadus
S2 V220 2
248 K bis 403 K
(-25°C bis +130°C)
Malleus
OGH
263 K bis 473 K
(-10°C bis +200°C)
Multis
EP 2
248 K bis 393 K
(-25°C bis +120°C)
Ceran
AD Plus
248 K bis 423 K
(-25°C bis +150°C)
  Laufbahnfett
Verzahnungsfett

 

Schmierstellen

 

Bei Verwendung anderer Schmierstoffe ist eine Eignungsbestätigung beim Schmierstoffhersteller einzuholen. Die Eigenschaften müssen mindestens denen der in der Tabelle aufgeführten Fette entsprechen und die Verträglichkeit mit den von uns verwendeten Materialien muss gegeben sein. Bei Verwendung von automatischen Schmieranlagen muss der Schmierstoffhersteller die Förderbarkeit bestätigen. Bei Tieftemperatureinsatz sind Sonderschmierstoffe erforderlich.

Schmierstoffe sind wassergefährdende Produkte. Sie dürfen nicht in den Boden, in das Grundwasser oder in die Kanalisation gelangen.

Schmierfristen für das Laufsystem

Entsprechend den Betriebsbedingungen wählen. Bei besonderen Anforderungsparametern ist mit Rothe Erde Rücksprache zu halten. Allgemein etwa alle 100 Betriebsstunden. Rollenlager alle 50 Betriebsstunden. Kürzere Schmierfristen: In den Tropen, bei hohem Feuchtigkeitsanfall, großer Staub- und Schmutzeinwirkung, starkem Temperaturwechsel sowie kontinuierlicher Drehbewegung.

Für Drehgestell-Lagerungen von Schienen- und Straßenfahrzeugen sowie Lager für Windenergieanlagen gelten Sondervorschriften.

Falls zwischen Lagereinbau und Geräteinbetriebnahme Stillstandszeiten auftreten, müssen entsprechende Wartungen vorgenommen werden, wie z.B. die Nachschmierung unter Drehung spätestens nach 3 Monaten bzw. in weiteren Abständen von 3 Monaten.

Vor und nach längerer Außerbetriebsetzung des Gerätes ist eine Nachschmierung unbedingt erforderlich. Dies gilt besonders für die Winterpause. Bei Säuberung des Gerätes ist darauf zu achten, dass kein Reinigungsmittel die Dichtungen beschädigt oder in die Laufbahnen eindringt. Dichtungen alle 6 Monate kontrollieren.

Nachschmierung des Laufsystems

Die Nachschmierung muss unter Drehung oder ausreichender Schwenkung des Lagers erfolgen, bis frisches Fett am gesamten Umfang an den Dichtlippen oder Labyrinthen austritt. Es gehört zur Aufgabe des Wartungspersonals, durch gezielte Überprüfung des Schmierzustandes der Laufbahnen individuelle Verbrauchsmengen und Intervalle festzulegen. Unter extremen Bedingungen, wie z.B. in den Tropen, bei hohem Feuchtigkeitsanfall, großer Staub- und Schmutzeinwirkung, starken Temperaturschwankungen sind die Nachschmierungen zu erhöhen und die Intervalle zu verkürzen.

Für Drehgestell-Lagerungen von Schienen- und Straßenfahrzeugen sowie Lager für Windenergieanlagen gelten Sondervorschriften.

Bei teilmontierten Lagern, oder falls zwischen Lagereinbau und Geräteinbetriebnahme Stillstandszeiten auftreten, müssen entsprechende Wartungen vorgenommen werden, wie z.B. die Nachschmierung unter Drehung oder ausreichender Schwenkung spätestens nach 3 Monaten bzw. in weiteren Abständen von 3 Monaten. Vor und nach längerer Außerbetriebsetzung des Gerätes ist eine Nachschmierung unbedingt erforderlich.

Gerätereinigung

Bei Säuberung des Gerätes ist darauf zu achten, dass kein Reinigungsmittel oder Wasser die Dichtungen beschädigt oder in die Laufbahnen eindringt.

Nachschmierung der Verzahnung

Wir empfehlen eine automatische Verzahnungsschmierung. Die Zahnflanken müssen immer einen ausreichenden Fettfilm aufweisen. Es gehört zur Aufgabe des Wartungspersonals, durch gezielte Überprüfung des Schmierzustandes der Verzahnung die individuellen Verbrauchsmengen und Intervalle festzulegen.

Hinweis: Eine gute Schmierung ist für das Laufsystem und die Verzahnung unbedingt erforderlich. Nur so kann eine zufriedenstellende Gebrauchsdauer erreicht werden.

Vorteil: Optimaler Schmierstoffeinsatz und Intervalle erhöhen die Anlageverfügbarkeit.

Überprüfung der Schrauben

Es ist zu gewährleisten, dass über die gesamte Lebensdauer des Großwälzlagers eine ausreichend hohe Schraubenvorspannkraft erhalten bleibt. Aufgrund von praktischen Erfahrungen, zum Ausgleich von Setzerscheinungen, ist ein Nachziehen bzw. Nachspannen der Schrauben mit dem erforderlichen Anziehdrehmoment bzw. Vorspannkraft empfehlenswert.

Überprüfung des Laufsystems

Bei Inbetriebnahme empfehlen wir eine Kippspiel- oder Absenkmessung durchzuführen. Es ist sicherzustellen, dass die Verschleißgrenzen des Lagers nicht erreicht werden. Wir empfehlen, diese Messung in geeigneten Intervallen zu wiederholen. Zusätzlich kann eine Gebrauchsfettprobe entnommen und analysiert werden.

Überprüfung der Dichtung

Dichtungen mindestens alle 6 Monate kontrollieren, bei Beschädigungen muss ein Dichtungsaustausch erfolgen.

Entsorgung nach Gebrauchsende

Lager nach Gebrauchsende demontieren. Fett, Dichtungen und Kunststoffteile entsprechend den gültigen Abfallrichtlinien entsorgen. Lagerringe und Wälzkörper sind der stofflichen Verwertung (Material Recycling) zuzuführen.